SY Outer Rim – A Family's Sailing Adventure

Sailing across the world's oceans with four kids

Ambrym Teil 1 – Vorfreude auf den Vulkan

(01.10.2017 – Tag 1.197 – 23.817 sm)

Der Weg von Malekula nach Ambrym gestaltet sich ruppiger als gedacht. Auf der offenen Strecke zwischen den beiden Inseln sorgt frischer Wind für eine unangenehme Welle. Eigentlich hatten wir erwartet, dass die Nordseite der Insel windgeschützt ist. Aber als wir um die Ecke biegen bläst uns auch dort ordentlich Wind entgegen. In kurzer Zeit baut sich dort eine ordentliche Welle auf, und weiße Wellenkämme rauschen an uns vorbei. Da die von uns ausgewählte Bucht zu wenig Schutz bei diesen Verhältnissen bietet, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt zur deutlich geschützteren Double Bay.

Die Bucht von Double Bay ist wieder mal nicht kartographiert. Aber das soll uns nicht abhalten. Grobe Orientierung bietet die Beschreibung im Revierführer. Das Ufer fällt sehr steil ab. Obwohl wir sehr nah zum Strand ankern, zeigt unser Tiefenmesser 30 Metern dort an, wo unser Anker fällt. Verhakt sich der Anker in dieser Tiefer in den Felsen, bekommen wir ihn garantiert nicht wieder hoch. Aber wir hoffen mal auf etwas Sand unter unserem Eisen.

Die Nähe zum Ufer beschert uns schnell mehrere Dutzend ungebetene Gäste. Kaum sitzt der Anker, ist das Boot voll mit lästigen Fliegen. Wir hängen so schnell es geht den Fliegenschutz auf, um die Viecher draußen zu halten. Vom enspannten Sitzen im Cockpit kann hier vor Sonnenuntergang keine Rede sein. Das Anlanden am steilen Strand gestaltet sich heute als relativ einfach. Ohne nennenswerten Schwell können wir ins knietiefe Wasser springen und das schwere Dinghy ein paar Meter den Strand hoch ziehen. Mehr ist bei ablaufendem Wasser nicht nötig. Bei mehr Schwell wäre dieser Strand sicherlich eine nette Ergänzung der Reihe den von unseren Kindern so genannten Abenteuerstränden gewesen, bei denen man noch im Tiefen ins Wasser springen muss, um schwimmend durch die Brandungszone zu kommen.

An Land wird die Fliegenplage wird noch schlimmer. Egal wohin man geht, schwirren Hunderte von Fliegen um uns. Talora und Arvid lassen sich nicht stören und spielen ganz entspannt im Sand im Schatten der Bäume. Wir haben nicht so starke Nerven und halten es im Sitzen nicht aus. Thomas klettern auf den schmalen Pfaden den Hang hoch, um ein schönes Bild von der Bucht zu schießen. Leider glückt das nicht wirklich. Die Vegetation ist so dicht, dass sich kein Blick auf die Bucht öffnet. Stattdessen läuft Thomas durch breite Flussbetten aus Vulkansteinen etwas tiefer in den Wald hinein. Scheinbar schießen hier bei Regenfällen starke Sturzbäche die Hänge hinunter und bilden Wasserfälle und Stromschnellen. Heute ist alles trocken und kein Tropfen Wasser ist zu sehen.

Bevor wir zur Outer Rim zurück kommen, schauen wir mit dem Dinghy die steilen Klippen der Bucht näher an. Das Wasser ist absolut klar. An einigen Stellen hat die Brandung größere Höhlen entstehen lassen. In einer davon fahren wir hinein. Selbst die leichteste Wellenbewegung hallt an den steilen Felsen im Inneren wieder. Durch die Wasserreflexionen schimmert das Licht blau. Arvid ist es nicht ganz geheuer und er freut sich sichtlich als wir die Höhle wieder verlassen. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von den lästigen Fliegen und verlegen in die nächste Bucht, vor den kleinen Ort Ranvetlam.

Aus Angst vor Fliegen bleiben wir bleiben möglichst weit weg vom Ufer. Das ist hier auch leicht, da der Ankergrund auch in 200m Abstand vom Ufer noch 10 Meter tief ist. Aber zu unserer Überraschung gibt es hier so gut wie keine Insekten. Um einen Führer für den Aufstieg zum Vulkan der Insel Ambrym zu finden, laufen wir nach Ranvetlam. Ein Einheimischer begrüßt uns freundlich und wir bekommen eine kleine Führung durch das überschaubare Dorf, schauen an den ersten reifen Mangos kauenden Kindern zu und unterhalten uns mit den Männern über Politik. Als unser Gastgeber dabei sieht, dass Vsevolods Hand nach einem Schnitt an einem Felsen ziemlich stark blutet, schickt er einen kleinen Jungen ins Gebüsch mit einer Bitte ein Paar frischer Blätter einer bestimmten Pflanze zu holen. Die zerreibt er in der Hand und schmiert den grünen Brei auf die Wunde. Vsevolod lässt es über sich ergehen und schaut dabei skeptisch zu. Tatsächlich hört die Blutung fast sofort auf. Ein hier lebender Missionar lädt uns zum Besuch seiner kleiner Kirche ein, aber irgendwie haben wir heute kein Interesse und lehnen dankend ab. Mit Sandy vereinbaren wir, dass er uns morgen direkt vom Ankerplatz mit seinem Jeep abholt und soweit wie möglich zum Vulkan hoch fährt. Es kostet zwar zusätzlich, erspart aber vor allem den Kindern einen Teil der Strapazen.

Nach Sonnenuntergang genießen wir ein seltenes Schauspiel. Von unserem Ankerplatz aus ist das Leuchten des Vulkans auf Abrym zu sehen. Wir sitzen am Vordeck und beobachten, wie der Himmel im Hintergrund glüht.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 1. Oktober 2017 von in Uncategorized.
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