SY Outer Rim – A Family's Sailing Adventure

Sailing across the world's oceans with four kids

Isinlivi – Auf dem Quilotoa-Loop Teil 1

(04.11.2016 – Tag 867)

Von Latacunga aus führt die Panamericana zurück nach Quito. Doch bevor wir das Auto zurückgeben, möchten wir noch einen spektakulären Umweg machen und den Quilotoa-Loop befahren. Wir verlassen die breite gut geteerte Straße, um auf einer abenteuerlich gewundenen engen Piste wieder in das Hochland zu fahren.

Die Gegend kann man zweierlei betrachten. Was für Ausländer wie uns purer Genuss und lokales Kolorit ist, ist für die lokale Bevölkerung Rückständigkeit und Stagnation. Abgesehen von den wenigen Autos auf der Straße, sieht die Gegend wahrscheinlich genauso aus, wie zu der Zeit der Inka. Kleine Felder, die nur mit Hacken bearbeitet werden können, kriechen die Hügel hinauf, fast bis zu den Spitzen und bilden einen bunten Flickenteppich. Was für die Feldarbeit zu steil ist, wird als Viehweide genutzt. Nur selten verstecken sich in steilen Schluchten klitzekleine Wäldchen.

Wir biegen vom Hauptweg ab und fahren in ein abgelegenes Indio-Dorf names Isinlivi. Hier gibt es zwei Übernachtungsmöglichkeiten, eines hat glücklicherweise Platz für uns. Das Hostal überrascht uns mit seiner Qualität. Als Natalya den Preis verhandelt, weiß sie noch nicht, dass Frühstück und Abendessen im Preis inklusive sind. Vegetarier? Gar kein Problem! Zum Abendessen gibt es eine leckere Kürbissuppe und Reis mit frischem Gemüse. Obendrein bekommen wir große saubere Zimmer mit tollem Blick über die Täler und Berge der Umgebung.

Vom Dorf aus führt ein kleiner Pfad den Berg hinauf. Ein richtiger Wanderweg ist es sicher nicht. Eher der Weg zu den weiter oben gelegenen Feldern. Unsere Kinder finden auf einem halben Weg zum Gipfel einige Regenplanen und Stöcke und bastelt daraus ein provisorisches Spielzelt. Währenddessen steigen Natalya und Thomas weiter, um den Blick auf das nächste Tal zu werfen. Die Höhe macht sich schon wieder bemerkbar. Mittlerweile sind wir gut trainiert und schnappen nicht mehr nach Luft, aber man kommt doch schnell ins Schwitzen.

Auf dem Feld abseits des Weges arbeitet eine ältere Frau. Es ist schwer zu sagen, wie alt sie ist. Vielleicht 50, vielleicht auch 70. Sie begrüßt und ganz freundlich und erzählt, dass der Blick von oben sehr beeindruckend ist. Wir fragen sie, was sie auf dem Feld pflanzen möchte und ob sie tatsächlich dieses für die Handarbeit riesige Feld alleine mit der Hacke bearbeitet. Sie will hier Mais anbauen und bereitet das Feld vor. Nur manchmal hilft die Familie. Neben dem Feld liegt ein Berg an Kürbissen. Jetzt wissen wir, wo unser Abendessen herkommt. Der Berg ist groß, der Hang ist steil. Mehr als einen oder zwei Kürbisse auf einmal kann keine Frau hinunter tragen, auch wenn man nichts anderes dabei hat. Neben dem Feld grasen zwei Schafe. Wahrscheinlich gehören sie auch zu der Frau auf dem Feld. Was hier Frauen alles leisten müssen… Wäre sie jung, läge wahrscheinlich noch ein Baby auf einer Decke daneben.

Oben auf dem Gipfel setzten wir uns in trockenes Gras und genießen die Ruhe und den Blick. Misst man die Strecken als Luftlinie, liegt unser nächstes Ziel gar nicht so weit entfernt. Doch um das zu erreichen, müssen wir viele Kilometer wieder zurückfahren und in das nächste Tal einzubiegen. Als direkte Verbindung gibt es nur Trampelpfade, die einzelne Dörfer auf dem kürzesten Weg miteinander verbinden.

Am Nachmittag taucht im Garten des Hotels ein gutmütiges Lama auf. Das zahme Tier darf gestreichelt werden. Als unsere Kinder es versuchen, ist schwer zu sagen, wer vor wem mehr Angst hat. Die Hotelbesitzerin zeigt den Kindern wie man das Lama mit Zucker anlockt. Beim Abendessen treffen sich alle Gäste im Wohnzimmer des Hotels. Es ist eine bunte Mischung. Eine deutsche Studentin, die ihr Biologiestudium fertig gebracht hat, um festzustellen, dass man ohne Promotion kein Job bekommt. Seitdem reist sie mit einem ziemlich engen Büdget durch Südamerika. Eine Koreanerin mit ihrem 6 Jahre alten Sohn, die mit einem Rucksack überwiegend zu Fuß durch Venezuela und Kolumbien marschiert ist und noch weitere 12 Monate so durch Südamerika tingeln will. Da fällt unsere Geschichte gar nicht so sehr auf.

Am nächsten Morgen verlassen wir das freundliche Dorf, um die bekannteste Attraktion der Gegend,die Quilotoa-Lagune, zu sehen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. November 2016 von in Uncategorized.
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